Risikoanalyse: die drei Fragen vor jedem Vertrag
Was würde diesen Betrieb wirklich zum Stillstand bringen? Wie lange hält er das aus eigener Kraft aus? Und welche dieser Risiken sind so groß, dass sie besser jemand anderes trägt? Alles, was danach kommt – Deckungssummen, Anbieter, Beiträge –, ist Handwerk. Die Reihenfolge umzudrehen ist der Grund, warum so viele Bestände teuer und trotzdem lückenhaft sind.
In der Praxis fällt die Antwort selten dort aus, wo man sie erwartet. Der Schaden am Gebäude ist versichert und verkraftbar. Der Ausfall der einen Fertigungsanlage, für die es europaweit vier Ersatzteile gibt, ist es nicht. Und der Ausfall des Inhabers steht in keiner Police.
Was mittelständische Betriebe tatsächlich brauchen
Aus der Analyse ergibt sich in aller Regel eine kurze Liste – und eine deutlich längere Liste von Verträgen, die gekündigt oder zusammengelegt werden können. Der Bestand ist bei den meisten Betrieben über zwanzig Jahre gewachsen, oft mit mehreren Vermittlern und ohne dass jemand das Ganze je nebeneinandergelegt hätte.
- Betriebshaftpflicht in einer Deckungssumme, die zum Auftragsvolumen passt
- Betriebsunterbrechung mit realistischer Haftzeit – nicht mit der Standardlaufzeit
- Sach- und Elektronikdeckung für die Anlagen, an denen die Fertigung hängt
- Vermögensschaden- und Cyberdeckung, wo Daten und Aufträge digital laufen
- Absicherung des Kapitaldienstes für den Fall, dass der Inhaber ausfällt
- Betriebliche Altersvorsorge, sauber aufgesetzt und dokumentiert
Warum das hier am Ende steht
Wer mit der Versicherung anfängt, sichert den Betrieb von gestern ab. Steht dagegen das Konzept – die Richtung, die Investition, die Übergabe –, ist die Frage nach der Absicherung präzise beantwortbar, weil klar ist, was auf dem Spiel steht und wann.
Umgesetzt wird das mit den Spezialisten aus dem Netzwerk. Ich bin an keinen Anbieter gebunden – meine Aufgabe ist die Analyse und die Koordination, nicht der Vertrieb einer Police.